Mit Humor und Gelassenheit

Nachlese zu „Wie Sie mit Verschwörungsgläubigen gelassener umgehen“ vom Donnerstag, den 25.4.24 um 20 Uhr im Goldenen Hirsch.

 

Diese weitere Folge der Vortragsreihe „Sich für die Demokratie einsetzen“ war inspirierend und informativ und nahm die ca. 55 Teilnehmenden aufgrund vieler interaktiver Elemente von Beginn an emotional mit. Nach einem ca. 55-minütigen Vortrag war ausreichend  Zeit für Fragen aus dem Publikum, die auch ausgiebig von vielen genutzt wurde. Das Fazit des Abends von einigen Teilnehmern hat mich berührt: Wir fühlen uns getröstet, denn obwohl es ein schweres Thema ist, gab Sarah Pohl uns Leichtigkeit und Humor. Schön, dass es dieses kostenlose Angebot von ZEBRABW gibt!

 

Kurz nach 20 Uhr begrüßte ich das Publikum und hielt eine kurze Rückschau auf die vergangenen Vorträge seit dem Start der Reihe Ende 2015 und stellte Dr. Sarah Pohl vor.

 

Dann übernahm Frau Dr. Pohl; sie informierte kurz über die Arbeit der vom Kultusministerium BaWü geförderte Beratungsstelle ZEBRABW ( https://zebra-bw.com)  und tauchte dann gleich tief in die Thematik ein, indem sie den Fall „Meine radikale Mutter“ aus ihrer Beratung vorstellte.

Anhand dieses Falls, der für mindestens ein Ehepaar im gut gefüllten Saal des Goldenen Hirsch Realität war, gab Sarah Pohl die ersten Ratschläge zu adäquaten Verhaltensweisen für Angehörige.

Dann folgten Spiele, wie gut die Anwesenden Fake News erkennen können: Hat Ritter Sport angekündigt, dass Grillen Bestandteil ihrer Schokolade werden? Mussten Wohnungen für Flüchtlinge geräumt werden?

Die Charakteristika von Fake News und Verschwörungstheorien wurden beleuchtet und der Unterschied zu Kritik herausgearbeitet. Denn Kritik ist das Salz in der Demokratie und sollte weiterhin einen wichtigen Raum einnehmen.

 

Sarah Pohl warb um Verständnis für Verschwörungsgläubge, indem sie die Psychologie dahinter erläuterte.

Von den evolutionären, nur unterschiedlich ausgeprägten Anteilen in jedem von uns, wie dem der Mustererkennung, wo es eigentlich keine gibt bis zu den Gruppenpsychologischen Dynamiken gab sie einen kleinen Einblick in die Psychologie und öffnete uns für die Erkenntnis „Verstehen statt Verurteilen“. Was sich möglicherweise langweilig anhört, war es keineswegs – das lag an den unterhaltsamen Videos, wie die zum „Dunning-Kruger-Effekt“ oder dem des „Asch-Experiments“, aber auch an der offenen und freundlichen Art von Sarah Pohl.

Sie teilte weitere lösungsorientierte Strategien für Verhalten in Konfliktsituationen aus, doch am Ende wurde klar: es ist es nicht so sehr die Technik, sondern eine Frage der Haltung, die sich positiv auf solche Situationen auswirken kann.

Wenn man sich Humor und resignative Gelassenheit bewahrt, auf Respekt und Augenhöhe achtet, auf Verbindendes schaut und nicht vergisst, dass zum Streit immer zwei gehören – eine solche Haltung kann für entspanntere Beziehungen und Diskussionen sorgen.

Nicht nur für uns war es ein interessanter Abend, auch Sarah Pohl hat die Veranstaltung in Schriesheim genossen und fand, dass wir ein ungewöhnlich aufmerksames und offenes Publikum waren, wie sie später schrieb.

 

Margrit Liedloff

April 25, 2024

Was bewegt Schriesheim

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